Analoger Fotoschnack — Kapitel I

Analoger Fotoschnack — Kapitel I

IMG_2247-schnackschmal9 Foto­gra­fen und zwei Model­le tra­fen sich auf einem alten Vierkan­t­hof zur foto­gra­fi­schen Ent­schleu­ni­gung. Mit­ge­bracht wur­den wirk­li­che Schätz­chen, wie Graflex Speed Gra­phic, Pen­tax 67, Roll­eiflex f3,5, Mamiya 645 AF, Roll­ei SLX, Nikon F 801s, Seagull TLR, lomo intakt wide, Land­ka­me­ra 340 und eine Gre­at Wall DF-2  …

12788757_959187964196883_1642636121_oSteigt man in die ana­lo­ge Foto­gra­fie ein, so muss man ler­nen, sich zurück­zu­neh­men, denn die Zahl der Fotos pro Film ist begrenzt. Jeder, der digi­tal foto­gra­fiert, weiß, wie schnell 50 Bil­der und mehr inner­halb von weni­gen Minu­ten im Kas­ten sind. Hält man erst­ma­lig eine ana­lo­ge Kame­ra in den Hän­den, so wird man zwangs­läu­fig auf ein Dis­play schau­en wol­len, das es nicht gibt ;0) . Das ist schon eine Umstel­lung, gera­de, wenn man mit dem Dis­play groß­ge­wor­den ist. Hin­zu kommt, dass man erstaunt sein wird, wie vie­le Pro­gram­me, die man aus dem digi­ta­len Zeit­al­ter kennt, feh­len. Ein paar Vor­kennt­nis­se, wie zum Bei­spiel das Zusam­men­spiel von Zeit und Blen­de, hel­fen und erleich­tern den Ein­stieg in die ana­lo­ge Foto­gra­fie. Beim Film muss­te man zunächst sich zwi­schen Schwarz­weiß oder Far­be ent­schei­den und wel­cher Film mit wel­cher Iso- bezie­hungs­wei­se ASA-Zahl bei der Loca­ti­on, ob drin­nen oder drau­ßen ein­ge­legt wer­den soll­te.

Die Loca­ti­on war sehr viel­sei­tig und reich­te von Out­door, über mit Spinn­we­ben gesä­ten uralten Dach­bö­den, bis hin  zu den Stäl­len. Jeder brach­te Acces­soires und Klei­dung mit und somit war der Fun­dus, der uns zur Ver­fü­gung stand groß.

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Im Inter­view mit den Teil­neh­mern stell­te sich her­aus, das jeder in irgend­ei­ner Art und Wei­se mit sich zu kämp­fen hat­te. Auf die Fra­ge: Wel­ches war Eure größ­te Her­aus­for­de­rung mit der ana­lo­gen Foto­gra­fie kamen sehr inter­es­san­te Ant­wor­ten zu Tage, aber lest sel­ber. Ich muß­te ja etwas schmun­zeln ;0) : 

 

Her­aus­for­de­rung : mei­ne größ­te Her­aus­for­de­rung war mich zu kon­zen­trie­ren, was mir bei der Men­ge der Leu­te schwer viel. So öff­ne­te ich bei der mamiya das rück­teil um einen Film ein­zu­le­gen und sah dann bei geöff­ne­ter Kame­ra, dass schon ein Film drin war, Uups. Bei der SLX leg­te ich einen 800er Por­tra ein und merk­te erst sehr viel spä­ter, dass die Kame­ra Auf 400 ISO ein­ge­stellt war. Anfän­ger­feh­ler hät­te ich jetzt geläs­tert, wenn es sich nicht grad um mich sel­ber gehan­delt hät­te. Foto­gra­fisch fühl­te ich mich aber von allem Druck befreit, nach dem Mot­to, irgend­wer wird unse­re bei­den Model­le schon irgend­wie rich­tig dar­ge­stellt haben, wenn bei mir nur Schrott raus­kom­men soll­te 😛 …”

Die größ­te Her­aus­for­de­rung war es ein Model zu ergat­tern 😛 ansons­ten natürlich…die rich­ti­ge Belich­tung zu fin­den und das Scharf­stel­len…”

Her­aus­for­de­rung: der Kabel­aus­lö­ser, wo der Rie­gel 2 mal fest­ge­han­gen hat und dadurch habe ich bei der Seagull auch, den­ke ich, von den 3 Bil­dern sicher 2 ver­hau­en und ich hat­te 3 mal den film leer zu doo­fen Zei­ten 😀 das waren mei­ne 2 ana­lo­gen Pro­ble­me…”

Das Schwie­rigs­te an der ana­lo­gen Foto­gra­fie, ist die star­ke Ein­schrän­kung. Stimmt etwas nicht, zum Bei­spiel ein stö­ren­des Ele­ment im Hin­ter­grund, dann kann man das Bild eben nicht machen. Ich mani­pu­lie­re Digi­tal ein­fach sehr ger­ne und das fehlt mir sehr im Ana­lo­gen.”

Herausforderung.…ich glau­be, ich hat­te die fal­sche Kame­ra ( Canon EOS 300 ) für Her­aus­for­de­run­gen, die mach­te ja fast alles alleine.….das Licht war schwie­rig, das war das Ein­zi­ge….”

Hat­te kei­ne Her­aus­for­de­rung mit der Foto­gra­fie. Nur viel­leicht das es teils zu son­nig war, was ja eigent­lich schön ist.”

Hat­te genug zu tun die Tech­nik in den Griff zu bekom­men. Beson­ders die Graflex ist nicht ohne und erfor­dert ganz neue Dimen­sio­nen von Geduld, Ruhe und Zeit damit das was wird.Damit hab ich im Grun­de auch schon die größ­te Her­aus­for­de­rung beschrie­ben 🙂  Ich hät­te mich lie­ber mehr auf den Inhalt des Fotos kon­zen­triert, hat­te aber Mühe die Tech­nik in den Griff zu bekom­men. Im digi­ta­len geht das ja leicht von der Hand… da denkt man über­haupt nicht über die Tech­nik nach. Da will ich natür­lich auch im ana­lo­gen hin. Dafür das ich nur “halb” da war, wars aber ins­ge­samt okay. Ich hät­te viel mehr Zeit benö­tigt und Kon­zen­tra­ti­on um in den ein­zel­nen Set­tings was auf die Rei­he zu bringen.“Herausforderung …ganz klar die Tem­pe­ra­tu­ren drau­ßen. Ansons­ten ist es schwer, das posing zu bewer­ten, wenn man kei­ne bil­der vor Augen hat.”

Das Schwie­rigs­te fand ich, die rich­ti­ge Schär­fe ein­zu­stel­len.”

Hm .. Also schwie­ri­ger als beim digi­ta­len war, dass man teil­wei­se län­ger sehr ruhig ste­hen muss­te und ich hab sehr auf­ge­passt dass ich nicht im fal­schen Moment blin­zel. Die Ein­stel­lun­gen dau­er­ten län­ger. Das fand ich aber alles nicht schlimm”

Mein Ziel war mei­ne Foto­gra­fie zu ent­schleu­ni­gen. Moti­ve & Licht also noch mehr im Kopf zu pla­nen. Gleich­zei­tig war das auch die Her­aus­for­de­rung. Man spürt sehr stark sei­ne Auto­ma­tis­men — ich sag nur der Blick aufs Dis­play zur Kon­trol­le — und das kann einen schon sehr frus­trie­ren…”

unspecified-7Beim ana­lo­gen Schnack — Kapi­tel II wer­den die ent­wi­ckel­ten und aus­ge­druck­ten Bil­der prä­sen­tiert — natür­lich wird dann dadrü­ber auch noch ein Blog geschrie­ben und selbst­ver­ständ­lich zei­ge ich Euch dann hier auch die ent­stan­den Bil­der von die­sem Schnack. Was das Wit­zigs­te an die­sem Tag war? Hier die Ant­wor­ten ;0) :

 

Mein wit­zigs­tes Erleb­nis… die Leute…alle waren mega ent­spannt und es irgend­wie konn­te jeder mit jedem sofort reden… ein­fach eine “Foto”-ebene…”

wit­zig? kei­ne Ahnung ”

Mein wit­zigs­ter Moment waren immer wie­der die recht unge­nau­en Anga­ben der Foto­gra­fen und Prä­po­si­tio­nen zu den gewünsch­ten Posings …”

Wit­zig fand ich den gan­zen Tag. Ich bin ja ein Rudel­tier und hab mich sehr gefreut auf die­se Run­de. Fazit: wie so oft, less is more und es wäre ver­mut­lich für mein Ergeb­nis bes­ser gewe­sen, ich hät­te mich auf eine Kame­ra kon­zen­triert. Zu guter Letzt kommt es aber wie immer, trotz inne­rer Zwei­fel an den eige­nen Fähig­kei­ten, war bis­her immer ein gutes Bild dabei.”

Und wit­zig fand ich, dass ich in Unter­wä­sche im Pfer­de­stall stand,mit Des­sous im Mist 😛 …”

Wit­zi­ger Moment eigent­lich eher nicht, dafür war die Zeit ein­fach zu kurz für mich, lei­der.”

” Ich fand die gan­ze Ver­an­stal­tung wit­zig. Zu Anfang was unsor­tiert. Hat was gedau­ert sich ein­zu­fin­den. Der Schnack am Abend war am wit­zigs­ten. War aber alles wit­zig. spe­zi­el­le Anek­do­ten hab ich jetzt nicht. 😛 ”

Lus­tig fand ich die klei­nen Grup­pen um den Heiz­strah­ler. Ich brauch drin­gend auch so etwas für mei­ne Out­door-Shoo­tings.”

Wit­zig waren die Wit­ze von dem alten Mann (Juri).Die waren nicht gut, aber das war eben so wit­zig 😛 ”

Ich kann für mich jetzt kein spe­zi­el­les wit­zigs­tes Erleb­nis filtern…ich fand die gan­ze Ver­an­stal­tung sehr ange­nehm und vol­ler Humor 😉 abso­lut wie­der­ho­lungs­be­dürf­tig :-)”

Witzig.….mmhhh.….die Blö­de­lei­en mit Juri und wit­zig war, das ich bei jedem Foto, aber auch wirk­lich jedem Foto auf das Dis­play schau­en wollte.…das war ja mein ers­tes Mal in dem Sin­ne….”

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Ich dan­ke Euch allen, es war mir ein Fest und ich bin gespannt ‚wie Eure Bil­der nach die­sen Her­aus­for­de­run­gen gewor­den sind — ich freu mich rie­sig auf die Prä­sen­ta­tio­nen ;0) …

Dan­ke Mathi­as Rad­ke und Andrea Schwel­le für die Making of Bil­der …

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